Fenchel

Ein echter Alleskönner. Von den Samen über die Knolle bis zu den Blättern kann nahezu jeder Teil dieser Pflanze als Bestandteil von Medizin oder Zutat in schmackhaften Gerichten verwendet werden.

Herkunft des Fenchels

Ursprünglich war der Fenchel im Mittelmeerraum beheimatet, aber als widerstandsfähige und genügsame Pflanze kann er eigentlich in jedem leicht trockenen, milden Lehmboden wachsen, solange ihm die Erde bei viel Sonnenlicht genug Nährstoffe schenkt.

Merkmale des Fenchels

Der Fenchel ist eine zweijährige bis mehrjährige Krautpflanze und gehört als solche zu den Doldenblütlern. In der Geschichte und durch Zucht haben sich verschiedene Unterarten mit je eigenen Merkmalen herausgebildet, wie zum Beispiel der Gewürzfenchel, der Gemüsefenchel, von dem meistens die besonders große Knolle verwendet wird oder auch der Bitterfenchel, den man meistens in der freien Natur findet.

Die Inhaltsstoffe des Fenchels – aromatisch und wohltuend

Wer am Fenchel riecht, der wird sofort seinen intensiven, aromatischen und anregenden Geruch wahrnehmen. Das liegt an den vielen verschiedenen ätherischen Ölen, die sich in allen Teilen der Pflanze finden lassen. Dazu ist der Fenchel reich an Folsäure und vor allem an Vitamin C. Diese Vielfalt an Inhaltsstoffen macht ihn nahezu universell einsetzbar, schon in der Antike wurden seine Fähigkeiten in der Küche und in der Heilkunst geschätzt und gepriesen.

Die Heilpflanze Fenchel

Ausgrabungen beweisen, dass mit dem Fenchel schon seit über 5000 Jahren als Zutat gekocht und Medizin zubereitet wird. In allen Zeiten wurde vor allem seine beruhigende und heilende Wirkung auf den Magen und den Verdauungstrakt beschrieben. Heute weiß man, dass vor allem die Früchte der Pflanze aufgrund der Konzentration der ätherischen Öle diesen Effekt haben. Die Früchte können zu Massageölen und Honig verarbeitet oder als Tee aufgegossen werden. In dieser Form entfaltet sich ihre entkrampfende, lockernde und lösende Wirkung am besten und lindert zahlreiche Beschwerden. Hartnäckigen Husten kann man mit Fenchel genauso bekämpfen wie Durchfall und Blähungen, anhaltendes Völlegefühl oder einen allgemein gereizten Magen. Die Zubereitung des Fencheltees ist dabei ganz simpel, die Früchte müssen bloß in einem Mörser zerkleinert und danach mit heißem Wasser aufgegossen werden, bevor man sie nach fünf bis acht Minuten Ziehzeit genießen kann. Die Samen werden gerade im asiatischen Raum auch oft pur bei Nierenleiden gegessen. Dazu wird dem Fenchel nachgesagt, als Nahrungsmittel auch gegen Bluthochdruck zu helfen.

Fenchel in der Küche

Aber der Fenchel ist keine bittere Medizin, jenseits seiner heilenden Kräfte schmeckt er auch einfach besonders gut. In seinem lakritzigen Geschmack scheint vor allem seine Verwandtschaft mit dem Anis durch, die er aber durch eine süße Note ergänzt. In der Küche kann man jeden Bestandteil des Fenchels zu leckeren Beilagen und Gerichten machen.

Als Gewürz oder als Bestandteile von Marinaden und Soßen eignen sich die gemahlenen oder zerstampften Fenchelsamen. Ihr feiner Geschmack macht sie zu einem idealen Hintergrund für eher deftige, kraftvolle Speisen wie dunkles Fleisch. Sie können auch zum Brotteig hinzugegeben werden, um dem Teig mehr Würze zu verleihen. Ein überall geschätzter Begleiter sind sie auch zum Fisch.

Die kreativsten Verwendungsmöglichkeiten bietet die Knolle. Als Basis eignet sie sich hervorragend für eine Gemüsebrühe, sie kann aber eigentlich auf jede denkbare Art zubereitet und sogar roh gegessen werden. Als Komponente kleingehackt und mit dem restlichen Gericht oder einer Beilage vermischt, wertet ihr lieblicher Geschmack oft das ganze Gericht auf oder macht es bekömmlicher.

Zuletzt darf man auch nicht die Fenchelblätter vergessen, die zwar weniger aromatisch sind als der Rest der Pflanze, aber eben deshalb oft dezenter schmecken und deshalb in milden Salaten oder Suppen verwendet werden können Ihre sanfte Farbe macht sie außerdem zu einer tollen Dekoration eines fertigen Gerichts.

Der Fenchel – ein echter Alleskönner

Es gibt wohl nur wenige Pflanzen, die über einen so langen Zeitraum gleichzeitig mit so vielen verschiedenen Möglichkeiten in der Küche und in der Heilkunst gleichermaßen verwendet worden sind. Alle Bestandteile des Fenchels gibt es im Handel zu kaufen, dazu lässt er sich als genügsame Pflanze aber auch relativ leicht selbst anbauen, auch für kältere Gefilde gibt es mittlerweile entsprechend robustes Saatgut. So steht dem Einsatz des Fenchels als Medizin und Zutat nichts im Wege.