Gundermann

Als Heilpflanze gibt es Gundermann schon seit dem 12. Jahrhundert. In heutiger Zeit wird die Heilpflanze oft gegen Tumore, Abszesse, Augenproblemen und zur Stoffwechselanregung verwendet. Es ist in Europa heimisch und gedeiht sehr gut auf nährstoffreichen Böden. Mitunter wird das Kraut auch im heimischen Garten angepflanzt, um schattige Stellen zu begrünen, wenn es unter Umständen dort auch schnell zu einer Plage werden kann.

Ähnlich wie Thymian und Basilikum verströmen die Gundermann-Blätter einen aromatischen, leicht scharfen Duft, wenn man sie in den Händen zerreibt.
Auch wenn die Pflanze mitunter als Unkraut verschrien ist, ist sie dennoch viel mehr. Wegen ihres Vitamin-C-Gehalts als auch ihrem charakteristischen Geschmack machte sich die Pflanze in der Vergangenheit einen Namen als Soldatenpetersilie. Außerdem enthält Gundermann noch viele weitere wertvolle Inhaltsstoffe.

Die Heilpflanze ist relativ schwer zu bekämpfen, da sie sehr lange oberirdische Ausläufer bildet, welche sich im ganzen Garten verbreiten und auch vor dem Rasen keine Rücksicht nehmen. Daher gestaltet sich die Bekämpfung recht umfangreich und erfordert sehr viel Handarbeit. Damit anderes Pflanzgut im Garten nicht verdrängt wird und sich damit auch keine Pilzkrankheiten ausbreiten können, sollte die Gundermann Heilpflanze permanent unter Beobachtung stehen.

Anbau, Aussaat und Pflege der Gundermann Pflanze

Man kann die Pflanze auf zweierlei Weise aufziehen: über Ableger oder als Saatgut. Das Saatgut bekommt man nur in ausgewählten Kräutergeschäften, da die Pflanze nicht so populär ist wie zum Beispiel Dill, Majoran, Basilikum oder Oregano.

Wer keinen Garten besitzt, kann die Pflanze auf dem Balkon anpflanzen. Es wird aber empfohlen, sparsam mit der Bepflanzung umzugehen, da Bienen und Hummel die Pflanze als Delikatesse betrachten. In dem Fall kommt auf dem Balkon keine Freude auf, wenn man dann die lieben Tierchen beim Fressen stört.

Natürlich muss die Pflanze auch ein wenig gedüngt werden, aber ihr Nährstoffbedarf ist sehr gering und in einem Balkonkasten nicht extra notwendig. Lediglich wenn die Pflanze in einem Pflanzkübel gehalten wird, sollte im Frühjahr eine geringe Düngung erfolgen. Sie muss auch nicht überproportional gegossen werden. Nur an sehr sonnenreichen Tagen, wenn kein Schatten vorhanden ist, sollte sie täglich so viel Wasser bekommen, dass die Erde der Pflanze die ersten 5 Zentimeter im Topf bedeckt sind..

Schädlinge und Krankheiten:

Bei ungünstigen Standortbedingungen oder länger anhaltenden schlechten Klimabedingungen ist Gundermann anfällig für Mehltau. Eventuell sollten vereinzelte Pflanzen ausgelichtet werden.

Die Gundermann Pflanze in der Küche

Für die Zubereitung von Speisen lassen sich die Blüten ebenso wie die jungen Blätter verwenden. Dank ihres bekannten minzeähnlichen und leicht scharfen Geschmacks ergibt sich daraus eine interessante Geschmacksnote, die gut bei Frühjahrssalaten und als Zutat von Kräuterquark und Kräuterbutter zum Tragen kommt.

Bei Liebhabern von Wildkräutern ist Gundermann sehr angesagt, im Zusammenhang mit anderen Kräutern wie:
• Löwenzahn
• Knoblauchrauke

Da Gundermann sehr geschmacksaktiv ist, sollte es in den Speisen eher eine untergeordnete Rolle einnehmen. Ein Sprichwort sagt: „Manchmal ist weniger mehr“. So auch bei Gundermann, zu viel davon kann den dominanten Geschmack negativ beeinträchtigen.

Richtig angewendet passt das Kraut sehr gut zu Ofen- und Pfannengerichten, wie zum Beispiel deftige Eierkuchen oder Bratkartoffeln. In Verbindung mit Knoblauch eignen sich die Blätter auch zum Würzen von Kartoffelgerichten. Aber auch hier sollte die Dosierung sparsam erfolgen, bevor man von der Kartoffel nichts mehr schmeckt.
Ist Gundermann gesund?

Die Gundermann Heilpflanze unterstützt die Funktion von:
• Galle
• Leber
Die in der Pflanze befindliche Kieselsäure ist sehr hilfreich bei Problemen mit den Haaren, Haut und Nägel. Das Immunsystem wird unterstützt und das Vitamin C in der Pflanze sorgt für ein starkes Bindegewebe. Des Weiteren hilft es dem Körper bei der Aufnahme von Eisen.

Was bewirkt die Pflanze als Heilkraut?

Eingesetzt wird die Pflanze dank ihrer schleimlösenden Inhaltsstoffe unter anderem als Gurgellösung bei Problemen im Rachen, aber auch bei Blasen- und Nierenproblemen wirkt es harntreibend. Schon der Name „Gundermann“ sagt aus, wofür es in der Vergangenheit gebraucht wurde. Der Begriff „Gunder“ aus dem Althochdeutschen wird gleichgesetzt mit Eiter oder Beule. Daher eignet sich Gundermann auch sehr gut bei Abszesse und Entzündungen.

Selbst Kneipp erwähnte die Pflanze in seinem Werk als Heilkraut. Schon bei den alten Germanen wurde das Heilkraut für Beschwerden im Hals-Nasen- und Ohrenbereich eingesetzt. Im späteren Mittelalter spielte Gundermann keine Rolle mehr, selbst in den alten Kräuterbüchern nicht. Ein wenig trat die Gundelrebe noch bei der Behandlung von Augenerkrankungen in Erscheinung.

Für folgende Heilwirkungen ist Gundermann in heutiger Zeit verantwortlich:
• krampflösend
• schleimlösend
• entzündungshemmend
• antibakteriell
• wundheilungsfördernd
• antioxidativ

Hauptsächlich werden in der Naturheilkunde die Gundermann Blätter und das Kraut der Pflanze verwendet.
Zur Geltung kommen sie in der Alternativbehandlung bei:
• Bronchitis
• Durchfall
• grippale Infekte
• Ekzeme
• Gicht
• leichte Magenkrämpfe
• allgemeine Darmbeschwerden
• allgemeiner (produktiver) Husten
• Furunkel

Als Hausmittel wird das Kraut hauptsächlich zur Linderung von Erkältungsbeschwerden sowie leichten Magen- und Darmbeschwerden und Verdauungsstörungen verwendet.