Kerbel

Ein Kraut für alle Fälle

Als Kraut für alle Fälle ist für Kerbel eine gute Bezeichnung. Denn Kerbel ist sowohl als Heilkraut zu verwenden als auch als Küchenkraut zum Würzen. Für beide Anwendungen hat Kerbel eine lange Tradition. Sie findet speziell in den letzten Jahrzehnten bezüglich Besinnung auf Nachhaltigkeit und Natürlichkeit in der Medizin und in der Kochkunst wieder viel Beachtung.

Kochen mit Kerbel

Kochen mit Kerbel ermöglicht zum Beispiel auch eine salzarme Ernährung. Die müssen viele Menschen aus unterschiedlichen gesundheitlichen Aspekten einhalten. Der Würzgehalt von Kerbel ist dafür bestens geeignet. Gerichten und Salaten verleiht Kerbel eine interessante schmackhaft Note. Frischer Kerbel duftet nach purer Natur und frischer Ernte. Frischer Kerbel soll nicht mit gekocht werde, sondern erst zum Schluss das Gericht verfeinern.

Kerbel verleiht den Gerichten einen Geschmacks-Mix aus Anis-Aroma, Dill und Estragon. Kerbel ist keineswegs streng im Geschmack, sondern ausgesprochen mild. Die geeignete Verwendung ist in Suppen, Gemüsen und Salaten. Dafür ist Kerbel ein wunderbares Gewürz. Kerbelblätter können auch pur verzehrt werden, sie eignen sich deshalb hervorragend als Dekoration von angerichteten Speisen.

Kerbel passt gut zu Rezepten mit Geflügel, Kalb, Fisch, Kartoffeln oder Eiern. Dabei entfaltet er ein pikantes Aroma im Abgang nach Fenchel und Petersilie, nicht herb sondern eher leicht süß. Es lohnt sich auf jeden Fall Kerbel zu verwenden. Wer es noch nicht kennt, der wird angenehm überrascht sein, mit welcher geschmacklichen Raffinesse das Kraut den Speiseplan bereichert. Frischer Kerbel lässt sich sehr gut einfrieren und steht so ganzjährig in der Küche zur Verfügung.

Kerbel Ernte und Herkunft

In Afrika und Eurasien gehört Kerbel in der freien Natur zur Familie der Doldenblüter. Es gibt dort mehr als zehn Arten. Sie sind jedoch zu Gewürz- und Heilmitteln kultiviert worden und als Echter Kerbel bei uns im Handel erhältlich. Laut Nährwerttabelle hat Kerbel wenig Kalorien und Kohlehydrate, enthält aber wertvolle gesättigte und ungesättigte Fette sowie Natrium, Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium und die Vitamine A, D, C, B6 und B12. Das alles bei null Cholesterin ! Diese Inhaltsstoffe werben definitiv für Kerbel als gesunde Zutat in der Küche.

Kerbel sieht dem Koriander sehr ähnlich, die Blätter sind grün und dreieckig gefiedert, aber kleiner als beim Koriander. Es gibt im Handel Samen, um Kerbel selbst an zu bauen. Kerbel ist einjährig und wächst bis zu 60 cm hoch und 30 cm in die Breite. Er zeigt von Mai bis August weiße Blüten in Dolden-Optik. Kerbel muss immer vor der ersten Blüte geerntet werden. Im Boden entsteht ein feines Wurzelsystem und Kerbel breitet sich oft von selbst aus . Kerbel wächst bereits zeitig im Frühjahr ziemlich als erstes Kraut im Garten.

Er braucht keinesfalls volle Sonne und gedeiht auch gut auf Sand-und Lehmböden. Zuviel Sonne wird die zierlichen Blättchen des Kerbel verbrennen. Gute Düngung aber muss sein und verspricht dann eine gute Ernte. Kerbel ist außerdem seinem Standort gern treu und will zu keinem Zeitpunktverpflanzt werden. Kerbel gedeiht in einem ausreichend großen Topf genau so üppig wie im Kräuterbeet oder im Naturgarten inmitten von einem Beet mit anderen Pflanzen oder Stauden. Letztlich ist Kerbel während der Blütezeit durchaus eine Zierde.

Kerbel als Heilkraut

Kerbel hat zum Beispiel Schleim lösende Inhaltsstoffe und entfaltet eine antiseptische Wirkung. Das sind willkommene Eigenschaften bei Husten, Schnupfen und Erkältungen bzw. Infektionen allgemein. Die Liste der heilenden Wirkung ist aber noch viel länger. Darauf stehen u.a. Kopfschmerzen, Verbrennungen, Entzündungen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung und sogar Sehschwäche. Vielfach wird Kerbel als vitalisierend und Blutverdünner beschrieben.

Zur Heilbehandlung wird Kerbel auf unterschiedliche Weise aufbereitet. Für einige Wirkungs-Erfolge kann Kerbel roh oder gegart verzehrt werden. Kerbel ist eine optimale Zutat beispielsweise in Quark, Joghurt, Kräuterbutter oder in anderen Milchprodukten wie süße und saure Sahne etc. Werden Salatsoßen mit Kerbel hergestellt, so ist das eine einfache Art, Kerbel als Naturmedizin ein zu nehmen.

Als Heilkraut wird Kerbel allerdings überwiegend pulverisiert, d.h. getrocknet und zermahlen. In dieser Form lässt es sich wirklich leicht verwenden. Im Mittelalter wurde gemahlener Kerbel sogar mit Honig vermischt und diente als Arznei. Nichts spricht dagegen, dasselbe heute auch noch zu tun. Als Pulver oder getrocknete Blätter verliert Kerbel an Intensität und Aroma. Deshalb benötigen diese beiden Darreichungsformen größere Mengen zur Heilung oder Würze.

Das Küchenkraut Kerbel ist also wie eine kleine stets griffbereite Hausapotheke für
mehrere Alltagsbeschwerden. Angeblich hilft es auch beim Abnehmen, ist harntreibend, schweißtreibend und wirkt positiv auf Gichtknoten, Schlaflosigkeit und Fieber. Alles unabhängig von der Darreichungsform. Kaum ein anderes Heilmittel ist so wohlschmeckend und leicht ein zu nehmen wie Kerbel. Es ist nicht kostspielig und kann auf dem Markt und im Handel gekauft werden oder im Garten und am Balkon selbst angebaut werden.