Liebstöckel

Liebstöckel, Maggikraut, Gebärmutterwurz

Der Liebstöckel ist eine fast unverwüstliche winterharte, jedoch nicht immergrüne Pflanze, die in der Küche und der Heilkunde vielfach verwendet werden kann.

Möglicherweise verdankt der Liebstöckel, auf englisch Lovage, seinen Namen dem Mythos, dass er, da er Pheromone enthält, allein durch seinen Geruch die Lust bei Frauen steigern soll.

Sein Beiname „Maggikraut“ lässt vermuten, dass der Liebstöckel etwas mit der bekannten Würzsosse zu tun hat. Doch obwohl beide sich in Geschmack und Geruch sehr ähneln haben sie nichts miteinander zu tun, da in der Sosse gar kein „Maggikraut“ enthalten ist.

In der kürze liegt die Würze

Das trifft auf den Liebstöckel nicht zu. Die robuste, anspruchslose Pflanze kann durchaus bis zu 2 Meter hoch werden.
Vom Aussehen her ähnelt er dem Staudensellerie, weshalb ein weiterer Name des Liebstöckel auch „Selleriekraut“ lautet, ist aber geschmacklich sehr viel intensiver als dieser.
Durch das Maggi-ähnliche Aroma eignet sich Liebstöckel hervorragend zum würzen von Suppen, Eintöpfen und anderen herzhaften Speisen. Man verwendet zum Kochen die noch kleinen jungen Blätter die man kleinschneidet und, um das kräftige Aroma zu erhalten, erst kurz vor Ende der Garzeit zugibt.
Sehr gut schmecken angebratene Maultaschen mit darübergeschlagenem Ei und kleingeschnittenem Liebstöckel.
In einer Suppe, egal ob mit Rindfleisch, Huhn oder vegetarisch/vegan rein mit Gemüse kann man Liebstöckelblätter mitköcheln lassen.
Fleisch und Fisch kann man ebenfalls mit Liebstöckel zu einem ganz besonderen Geschmack verhelfen.
Die Blätter lassen sich durch blanchieren zu einer Gemüsebeilage verarbeiten, die Stängel werden durch kandieren zu einem besonderen Geschmackserlebnis.
Auch ein Würzsalz, das sich besonders zum Brotbacken eignet, und eine Flüssigwürze lassen sich aus Liebstöckel ganz einfach in der eigenen Küche herstellen.
Am aromatischsten ist Liebstöckel natürlich als frisches Kraut, er lässt sich aber auch in getrockneter Form zum Kochen verwenden.
Super haltbar und jederzeit einsatzbereit ist auch pürierter, im Eiswürfelbehälter eingefrorener Liebstöckel.

Verdauungshelfer, Wassertreiber, Krampflöser

Als Heilkraut wird dem Liebstöckel allerlei Wirkung zugeschrieben.
Teilweise reicht es schon, wenn er einfach als Würzmittel verwendet wird.
Wie Kümmel macht er Speisen verträglicher und beugt Blähungen vor.

Es können in der Heilkunde sowohl die Blätter als auch die Wurzeln, die man Rhizom nennt, und die gelben Samen verwendet werden. Die Pflanzenteile werden getrocknet und als Tee aufgebrüht. Den Rhizomen wird dabei die stärkste heilende Wirkung zugeschrieben, da sie die meisten ätherischen Öle und kramplösenden Inhaltsstoffe enthalten.

Liebstöckel wird bei Verdauungsproblemen, Appetitlosigkeit, Blasen- und Harnwegsproblemen angewendet da ihm eine verdauungsfördernde, appetitanregende, entzündungshemmende und harntreibende Wirkung zugeschrieben wird.

Und auch wer unter Haut- oder Gelenkproblemen leidet könnte durch eine Anwendung von Liebstöckel als Tinktur oder Tee Linderung seiner Beschwerden finden.

Der Liebstöckel kann ausserdem mit Vitamin C, Vitamin E, Kalzium, Kalium, Eisen und Zink punkten.

Liebstöckel als Frauenkraut

Schon Hildegard von Bingen wusste vor ~900 Jahren um die heilende Wirkung des Liebstöckel und wendete ihn vor allem in der Frauenheilkunde an, weshalb ein weiterer Name für ihn Gebärmutterwurz oder Gebärmutterkraut lautet.
Die Krampflösende Wirkung des Liebstöckel hilft Frauen bei Mensruationsbeschwerden, er regt den Mensruationsfluss an und reduziert Menstruatinsschmerzen.
Und auch in der Geburtshilfe kann ein Liebstöckel-Tee zum Einsatz kommen, um die Geburt voranzutreiben.
Schwangere sollten deshalb vorsichtshalber auf den übermässigen Verzehr von Liebstöckel verzichten um keine vorzeitigen Wehen zu riskieren.

Eine ganz besondere Wirkung

Zu allem andern wird dem Liebstöckel noch zugeschrieben, dass er Schwermetalle aus dem Körper ausleitet. Auch dem Boden an seinem Standort soll er Schwermetalle entziehen.

Auch ohne grünen Daumen

Liebstöckel lässt sich sowohl im Gartenbeet als auch im Topf auf dem Balkon ziehen und halten und von April bis September ernten. So hat man immmer Zugriff auf ein gesundes, natürliches, aromatisches Würzmittel.
Im Laufe des Sommers bildet er allerdings immer mehr Bitterstoffe. Am besten erntet man Liebstöckelblätter deshalb vor dem Ausbilden der gelben Blüten des Krautes.