Schafgarbe

Schafgarbe, ein klassisches Frauenheilkraut

Die bei Kräuterkundigen beliebte Schafgarbe gilt bereits seit der Antike als Heilmittel für verschiedene Gesundheitsbeschwerden. Sie zählt zu den ältesten Heilpflanzen der Menschheit. Auch berühmte Kräuterfrauen wie Hildegard von Bingen und Maria Treben verordneten die Schafgarbe gerne zur Linderung zahlreicher Gesundheitsbeschwerden. Wer also auf Naturheilmittel setzt, sollte die Pflanze unbedingt in seiner Hausapotheke haben.

Etymologie und Steckbrief der Heilpflanze

Die in Eurasien aber auch Nordamerika weitverbreitete gewöhnliche Wiesen-Schafgarbe heißt mit ihrem wissenschaftlichen Namen „Achillea millefolium“. Die anspruchslose Pflanze wächst wild und kann in unseren Breiten nahezu überall gefunden werden. Der Name Achillea stammt angeblich von Achilles, dem griechischen Held im Trojanischen Krieg, der die Pflanze zur eigenen Wundheilung verwendet haben soll. Millefolium wiederum bedeutet übersetzt Tausendblatt und zielt auf die fein zerteilten Blättchen ab. Im Volksmund ist die Pflanze als Achilleskraut, Blutstillkraut, Grundheil hauptsächlich aber als Frauenkraut oder Frauendank bekannt, was bereits auf ihre besonderen Eigenschaften als traditionelles Frauenheilmittel hinweist. Die bis zu 160 cm hoch wachsende Pflanze ist auch für Pflanzenunkundige leicht zu erkennen. Sie hat einen harten, leicht behaarten und beblätterten Stängel, wechselseitig gefiederte, kammartig fein-gezähnte Blätter und weiß- bis seltener rosafarbige, sehr aromatisch duftende Blüten. Die Schafgarbe wächst in kleinen Gruppen an sonnigen Berghängen, trockenen Weg- und Wiesenrändern sowie Böschungen. Blütezeit ist Juli bis September, gute Erntemonate sind März bis Oktober. Die meisten Wirkstoffe enthält die Pflanze aber zur Hauptblüte in den Sommermonaten um die Mittagszeit. Verwendbar ist die ganze Pflanze, einschließlich Stängel, Blätter, Blüten und Triebe. Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Pflanze sind neben ätherischen Ölen, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Cumarin, Azulen, Eukalyptol sowie Flavonoide. Des Weiteren Harze, Eiweiß, Kalium und Kupfer sowie Ballaststoffe wie Inulin. Und schließlich noch antibiotische Substanzen. Die Schafgarbe ist eine vielseitig verwendbare Pflanze. Die noch jungen, zarten Blätter haben einen sehr würzigen Geschmack und eignen sich daher gut für die Küche. Zum Beispiel als Bestandteil von Kräutersalz oder Kräuterbutter. Des Weiteren als Zutat im Brotaufstrich oder im Gewürzessig. Auch in Salaten oder Gemüsegerichten schmeckt die Schafgarbe gut. Des Weiteren können die Blüten auch zum Herstellen von Getränken z. B. leckere Kräuterlimonaden verwendet werden. Im Garten angepflanzt verhindert Schafgarbe z. B. im Gemüsebeet Krankheiten der Nachbarpflanzen und erhöht außerdem die Duftintensität von in der Nähe wachsenden Blühpflanzen. Aber ihre wichtigste Verwendung findet sie zweifelsfrei als Heilpflanze.

Wirkung und Heilanwendungen der Schafgarbe

Die Eigenschaften der Schafgarbe als Heilpflanze sind legendär. Schafgarbe hilft unter anderem bei Ausfluss, Ekzemen, Erkrankungen der Galle, Geschwüren, Haarausfall, Hämorrhoiden, Hautentzündungen, Hautproblemen, Krampfadern, Kreislaufschwäche, Leberbeschwerden, Magenkrämpfe, Blähungen, äußere und innere Blutungen, Kopfschmerzen, Migräne, Nervosität und Appetitlosigkeit. Bei dieser großen Bandbreite an Heilwirkungen verwundert es nicht, dass die Schafgarbe von alters her eine Heilpflanze der ersten Stunde war. Die Pflanze wirkt je nach Verabreichungsform beruhigend, entspannend, schmerzstillend, entzündungs­­hemmend, wundheilend, blutstillend, durchblutungsfördernd, krampflösend oder schleimlösend. Und nicht zu vergessen, ihre Verwendung als bewährtes Heilmittel bei Frauenleiden z.B. Menstruationsbeschwerden.

  • Schafgarbentee: Der Tee kann aus trockenem oder frischem Kraut zubereitet werden. Dazu einen Teelöffel des Krautes mit ca. 200 ml kochendem Wasser übergießen und für 5-10 Minuten ziehen lassen. Von dem Tee können drei Tassen am Tag getrunken werden. Schafgarbentee hilft bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden. Die Bitterstoffe in der Schafgarbe regen insbesondere die Gallenabsonderung in der Leber an und haben somit eine günstige Wirkung auf die Verdauung. Des Weiteren hilft der Tee auch bei Appetitlosigkeit, Blähungen und bei leichter Übelkeit. Doch damit nicht genug. Der Tee wirkt außerdem positiv auf Durchblutung und Kreislauf, er stärkt das venöse Blutgefäßsystem und hilft so effektiv bei Krampfadern und Hämorrhoiden. Eine kurmäßige Anwendung mit der Heilpflanze sollte aber auf maximal vier Wochen beschränkt werden.
  • Pflanzenpresssaft: Statt des Tees kann auch frisch gepresster Pflanzensaft verwendet werden. Der Saft wird mit derselben Menge Wasser verdünnt. Davon können täglich drei Esslöffel eingenommen werden.
  • Schafgarbentinktur: Der Alkoholauszug aus den Blüten der Pflanze wirkt gut als erstes Mittel bei Nasenbluten, Hämorrhoiden und Schnittwunden. Des Weiteren kann die Tinktur bei starken Menstruationsbeschwerden, verschiedenen Unterleibsentzündungen, Magen-Darm-Problemen und Blähungen helfen.
  • Schafgarbenöl: Neben der Anwendung in der Frauenheilkunde bei Ausfluss oder allgemein gegen Menstruationsschmerzen ist ein weiteres großes Anwendungsgebiet die Wirkung der Schafgarbe auf äußere und innere Blutungen. Die besondere Eignung der Schafgarbe für Zwecke der Wundversorgung war bereits in frühen Kriegszeiten bekannt. Zur Herstellung von Schafgarbenöl werden frische Schafgarbenblüten in ein Gefäß gegeben und mit hochwertigem Öl übergossen. Das Gefäß wird in die Sonne gestellt und täglich gut geschüttelt. Der entstehende Ölauszug ist nach ca. vier Wochen abzuseihen. Das fertige Öl hilft besonders gut bei kleineren Wunden, Eiterungen, Geschwüren und Ekzemen. Der Ölauszug hilft ebenfalls gut bei übermäßiger Schweißbildung und gegen Haarausfall. Bei inneren Blutungen kann die Schafgarbe auch pulverisiert werden und in warmem Wasser aufgelöst getrunken werden. Kurz gekocht kann das Kraut auch äußerlich für eine Erstversorgung auf Wunden gelegt werden.