Wacholder

Quelle für die Vorzüge der Moderne

Nicht nur als Dekoration in Haus und Küche, ist er sehr beliebt – auch seine wertvollen Inhaltsstoffe haben es in sich.

Der Wacholder ist eine Zypressenart, die zu der Ordnung der Koniferen zählt.

So oder so ähnlich fängt jede wissenschaftliche Erklärung im Bereich der Biologie und Pflanzenkunde an.

Doch Wacholder ist mehr als nur eine wissenschaftliche Bezeichnung.

Diese Pflanze hat verschiedene positive Eigenschaften und bietet eine vielfältige Nutzung.

Ob als Zierpflanze oder als Getränk – Wacholder steckt in vielen Dingen des Alltags.

Wo kommt Wacholder her und wozu gehört er?

Wacholder kommt in Mitteleuropa vor.

Es gibt in Mitteleuropa zwei Arten von Wacholder.

Der „Sadebaum“ und der „Gemeine Wacholder“.

Er gehört zur Ordnung der Koniferen und zur Familie der Zypressengewächse.

Der Name „Wacholder“ stammt aus dem Altdeutschen.

Die genaue Bedeutung ist bis heute umstritten, sodass es viele verschiedene Meinungen zur Wortherkunft gibt.

Aus diesem Grund wird auf die Erklärung zur Namensgebung an dieser Stelle verzichtet, schließlich hat das Gewächs viele andere großartige Eigenschaften.

Wie schaut Wacholder aus und woran erkennt man ihn?

Wacholder wächst als Baum oder als Strauch.

Eine Gemeinsamkeit der Wacholderarten sind die immergrünen Blätter.

Das größte gefundene Exemplar ist der syrische Wacholder.

Dieser wurde in der Türkei gefunden und hat eine Höhe von rund 40 Metern.

Das Holz der Wacholderarten duftet aromatisch. Seine Zweige weisen oft vier bis sechs Flügel und kurze Blätter auf.

Sie sind nadelig und stehen in Reihen angeordnet.

Die weiblichen Pflanzen bilden Zapfen, die in der Pflanzenkunde als Beeren bezeichnet werden.

Diese sind eiförmig und haben einen Durchmesser von bis zu 2 Zentimetern.

Die Pflanze kommt vorzugsweise auf der Nordhalbkugel vor.

Auch in Halbwüsten können Wacholderarten vorkommen, da die Pflanze sehr anpassungsfähig an ihre Umgebung ist.

Außerdem kommen diese Pflanzen auf trockenen Böden wie Steppen, Halbwüsten und Sand vor.

Die Nutzung von Wacholder außerhalb der Küche

Als Pflanze in der Heilkunde hat der Wacholder bereits in der Antike positiv auf sich aufmerksam gemacht.

Im Mittelalter konnten Wacholderbeeren als Zutat in einer Salbe wahre Wunder bewirken.

Denn durch die antiseptischen Wirkstoffe konnten Gelenkerkrankungen behandelt werden.

Damals und auch heute noch gilt Wacholdertee als verdauungsfördernd.

Er hilft gegen Sodbrennen und stabilisiert Harnausscheidungen.

Als unterstützendes Mittel gegen Rheuma und Gicht wird er ebenfalls im schulmedizinischen Einsatzspektrum gern verwendet.

Eine weitere sinnvolle Nutzung ist das Verräuchern von Wacholder.

Bereits im Mittelalter wurde erkannt, das der Rauch von Wacholder desinfizierend und heilend wirkt.

Beim Thema Verräuchern gibt es zahlreiche Meinungen, wie viel Rauch für den Menschen wirklich gut sind.

Erwiesen ist allerdings, das Wacholderöl, das bei der Destillation gewonnen wird, als ätherisches Öl gut gegen zahlreiche Gelenkkrankheiten ist.

Beim Erzeugen von ätherischen Wacholderölen ist allerdings auch Vorsicht geboten, denn die Beeren und Nadeln enthalten zum Teil giftige Stoffe, die bei Hautkontakt zu Reizungen führen können.

Eine Überdosis kann sogar zu Nierenschmerzen bis hin zu Nierenversagen führen.

Die maximale Dosierung liegt bei einem Erwachsenen bei rund 2g. Alles unter dieser Menge ist völlig unbedenklich.

Wacholder und der Alkohol

Als Delikatesse gilt in Österreich der Wacholderschnaps, der dort „Kranewitter“ genannt wird.

Er regt die Verdauung an und ist nach dem Essen ein klassischer Absacker.

Als Genever wurde er vor allem im 17. Jahrhundert bekannt, der durchaus einem medizinischen Zweck diente.

Daraus hat sich eines der heute beliebtesten alkoholischen Getränke entwickelt: der Gin.

Gin besteht aus Wacholder und wird heute in zahlreichen Spirituosen wie Martini oder Gin-Tonic angeboten.

Er ist ein absolutes Trendgetränk und nicht nur bei jungen Leuten sehr beliebt.

Der Wacholder ist also heute noch in aller Munde, obwohl die meisten Menschen sich kaum Gedanken über diese vielseitige Pflanze machen.

Wacholder in der Küche

In der Küche ist Wacholder schon lange ein Begriff.

Im getrockneten Zustand kann die Beere bei der Zubereitung von Sauerkraut eingesetzt werden.

Besonders beliebt ist Sauerbraten. Bei Sauerbraten sind oft Wacholderblätter im Sud.

Diese verleihen dem Fleisch und dem Bratensaft eine besondere Note.

Die Wacholderbeere hingegen fördert den Geschmack beim Räuchern von Fisch oder Fleisch, weshalb sie im zerstoßenen Zustand oft in Räucherkammern eingesetzt wird.

Beim Räuchern werden aber nicht nur zerstoßene Wacholderbeeren eingesetzt, sondern auch zermahlenes Wacholderholz.

Wacholderspäne wird dem Räuchermehl beigefügt und die Wacholderzweige werden zur Glut in der Räucherkammer gegeben.

Schon entfaltet sich ein duftendes Aroma in der Räucherkammer, das besonders bei manchen teuren und erlesenen Schinkensorten verwendet wird.

Bei der Verwendung von Wacholderholz und Beeren beim Räuchern sollte Vorsicht geboten sein, denn durch eine Überdosierung kann das Fleisch seifig schmecken.

Durch diese Zubereitung und die Kenntnis der Geheimnisse um das Räuchern mit Wacholder wird feiner Schinken erst richtig intensiv und teuer.

Wacholder ist vielseitig.

Auch in der heutigen Zeit ist er vor allem in der Küche und in Form von Getränken wie Gin sehr beliebt.

Als Pflanze ist er dekorativ und absolut robust.

Er ist anpassungsfähig und an kaltes und warmes Klima gewöhnt.

Seine Produkte sind wohltuend und gesund.

Ob als Geschmacksträger oder als Dekoration auf dem Teller, mit Wacholder wird nicht nur der heimische Garten zu einem echten Hingucker.

Schließlich gilt vor allem durch seinen Genuss der Wacholder als die Quelle für die Vorzüge der Moderne.