Zwiebel

Aller guten Dinge sind drei

Die Zwiebel ist dreifach erfolgreich. Ihre Verwendung als Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze macht sie zu einer der vielseitigsten Nutzpflanzen der Welt. So ist die Zwiebel z. B. eine der beliebtesten Gemüsepflanzen der Deutschen. In Sachen Ernährung liegt nur die Tomate noch vor ihr, dicht gefolgt von der Gurke.

In puncto Nährstoffe hält die Zwiebel den Vergleich mit anderen Gemüsesorten mühelos stand. Sie enthält wichtige Mineralstoffe, wie Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphat, Eisen und Zink. Sowie die Vitamine Beta-Carotin, Vitamin E, Vitamin B1, B2, B6, Folsäure und Vitamin C. Des Weiteren Spurenelemente, ätherische Öle, Sulfide, und Antioxidantien. Kurz gesagt die Zwiebel ist eine Powerknolle, die es in sich hat.

Kleiner Steckbrief und Geschichte

Die Zwiebel zählt zur Familie der Lauchgewächse (Alliaceae). Ihr wissenschaftlicher Name lautet „Allium cepa“. Zu der etwa 650 Arten umfassenden Pflanzengattung Allium zählen unter anderen auch Schalotten, Knoblauch, Schnittlauch, Porree und Bärlauch. Bereits vor 5.000 Jahren wurden Zwiebelgewächse als Nahrungs- und als Heilmittel verwendet. Die Zwiebel ist damit eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Ihr eigentlicher Ursprung ist nicht genau bekannt, wird jedoch in Mittelasien, insbesondere im Iran vermutet. Auch in Ägypten, China, bei den alten Griechen und den Römern war die Zwiebel bekannt und wurde als Volksnahrungsmittel geschätzt und für Heilzwecke eingesetzt. In Europa fand die Zwiebel erst im frühen Mittelalter als Gemüse und Heilpflanze größere Beachtung. Heute ist das beliebte Gemüse weltweit verbreitet und wird systematisch kultiviert.

Die Zwiebel als Gemüse oder Gewürz

Das beliebte Gemüse kann in roher, gekochter, gebratener oder gerösteter Form verzehrt werden und ist aus der deutschen Küche nicht mehr wegzudenken. Besonders beliebte Zubereitungsformen sind Zwiebelkuchen oder Zwiebelsuppe. Unter den Zwiebeln gibt es je nach Geschmack milde, süße und scharfe Sorten:

  • Speisezwiebeln: kleine bis mittelgroße Zwiebeln mit gelb bis bräunlicher Schale. Ihre leichte bis mäßige Schärfe verdankt sie dem in ihr verstärkt enthaltenen ätherischen Öl „Allicin“.
  • Gemüsezwiebeln: große Zwiebelsorte, die hauptsächlich aus Spanien eingeführt wird. Hellbraune bis kupferfarbige Schale, weißes, saftiges Fruchtfleisch von mildem Aroma und leichter Süße.
  • Perlzwiebeln: überwiegend aus Holland stammende kleine runde Zwiebel von würzigem Geschmack. Die Zwiebelsorte ist gut zum Einlegen, z. B. in Gurken-Konserven geeignet.
  • Frühlingszwiebeln: Zwiebelgewächs von zartem Aroma und kaum vorhandener Schärfe.
  • Rote Zwiebeln: hauptsächlich aus Italien importierte Zwiebelsorte von mäßiger Schärfe und leicht süßlichem Geschmack.
  • Schalotten: kleine Edelzwiebeln von mildem Aroma und geringer Schärfe. Werden meistens als Würz Gemüse besonders in frischen Salaten verwendet.

Zwiebeln eignen sich auch als Gewürz für nahezu alle herzhaften und salzigen Speisen. Sie passen hervorragend zu Antipasti, Dips, Dressings, Marinaden, Salsa, Chutney und als Zutaten oder Füllungen für Fisch- und Fleischgerichte.

Die Zwiebel als Heilmittel

Bekannt ist die Zwiebel vor allem als Erste Hilfe bei Insektenstichen oder Erkältungsbeschwerden. Sie regt den Stoffwechsel an, hilft bei Appetitlosigkeit und beugt Arterienverkalkung vor. Doch das alleine würde ihr nicht gerecht. Die Zwiebel kann noch weit mehr. Ihr überaus breites Wirkungsspektrum macht sie zu einem wahren Universalmittel in der Hausapotheke. Übliche Anwendungsformen sind Zwiebelscheiben, Zwiebelsirup, Zwiebelwasser, Zwiebelbrei Zwiebelwickel oder Zwiebelsäckchen. Zwiebeln wirken antibakteriell, blutbildend, entzündungshemmend sowie krampf– und schleimlösend. Wichtige Wirkstoffe sind unter anderem schwefelhaltigen Verbindungen, die sogenannten Sulfide. Bekanntester Vertreter ist das Allicin. Dieser auch im Knoblauch enthaltene Stoff wirkt nicht nur Cholesterin und blutdrucksenkend, sondern auch antibiotisch, d.h. er hemmt das Wachstum von schädlichen Mikroorganismen wie Bakterien und Pilzen. Des Weiteren wirkt er antioxidativ d. h. er macht freie Radikale (hochreaktive Sauerstoffverbindungen) im Körper unschädlich. Sulfide liefern dem Körper auch notwendige Bausteine zur Herstellung der Aminosulfonsäure Taurin. Dieser aus Energydrinks bekannte Stoff unterstützt die Fettverbrennung, fördert die Kommunikation zwischen den Nervenzellen, schützt die Nerven und trägt zur Erhaltung der Zellmembranen im Körper bei. Auch die Polyphenole sind nicht zu unterschätzen. Dabei handelt es sich um Antioxidantien, das sind Substanzen, die eine Oxidation anderer Substanzen hemmt oder ganz verhindert. Besonders effektiv unter den Polyphenolen sind die sogenannten Flavonoide wie z. B. das Anthocyanin und das Querecetin. Diese Stoffe kommen in besonders großer Menge in rohen, gekochten oder auch in gerösteten Zwiebeln vor. Anthocyanin wirkt antiviral, entzündungshemmend, neuroprotektiv und nach neuesten Erkenntnissen auch gegen Krebs. Querecetin wiederum hat eine antioxidative Wirkung auf Herz und Gefäße und wirkt antithrombotisch, d. h. es hemmt die Zusammenballung von Blutplättchen und kann somit Thrombosen verhindern helfen. Außerdem senkt es den Blutdruck, hemmt Entzündungen und Schmerzen und ist hilfreich bei zu hohen Cholesterinwerten. Tipp: rote Zwiebeln haben einen höheren Anteil an Antioxidantien, als die anderen Sorten und sind damit ein echter Gesundheitsbrunnen.

Und noch ein etwas geistreiches zum Schluss: Die Zwiebel ist die einzige Gemüsepflanze, die uns zum Weinen bringt, obwohl sie so gut schmeckt und so gesund ist.